Die Düssel-Tönnchen

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Die Geschichte des Männerballetts der KG Düssel-NarrenIm Jahre 2003 konnte das Männerballett auf sein 22jähriges Bestehen zurückblicken. Doch wie fing alles an? Zur damaligen Zeit gab es bei der KG Düssel-Narren noch eine Damentanzgruppe. Diese Gruppe studierte vor jeder Session einen neuen Tanz für die Karnevalssitzung ein. Nach dem Training wurden die Frauen meistens von ihren Männern, natürlich ebenfalls Karnevalisten, abgeholt. Da das Training meist etwas länger dauerte, ergab es sich, dass die bereits anwesenden Herren noch zuschauen konnten. Dabei legten sich die Damen natürlich besonders ins Zeug, um ihren Männern zu zeigen, was sie drauf haben. Diese Anstrengungen wurden aber nicht wie erwartet honoriert, was eine gegenseitige Fopperei nach sich zog. Letztendlich hatten natürlich die Frauen zunächst das letzte Wort, indem sie zu den Männern sagten: „Einen Tanz? Das schafft ihr nie!!!“ Natürlich wollten die Herren der Schöpfung diese Äußerung nicht auf sich sitzen lassen. Also setzte man sich zusammen. Nach einigen Bierchen war die Entscheidung klar: „Einen Tanz? Das schaffen wir!!!“ Voller Tatendrang setzten wir unseren Plan in die Tat um. Da keiner von uns die Veranlagung eines Fred Astaire hatte, wirkten die ersten Bewegungen zur Musik ziemlich hölzern, auch bei den synchronen Tanzschritten haperte es gewaltig. Das hatten wir uns alles viel einfacher vorgestellt. Aber wir wollten nicht die Flinte ins Korn werfen. Mit viel Fleiß und Ausdauer gelang es uns schließlich den Tanz zu vollenden. Nachdem noch an den Feinheiten gefeilt wurde, stand einer Premiere nichts mehr im Wege; dieser Meinung waren wir jedenfalls. Was noch fehlte, waren geeignete Kostüme. Wir entschieden uns für eine Bekleidung, bei der die mehr oder weniger schon vorhandenen Bierbäuche zur Geltung kommen sollten. Dank fleißiger Helfer wurden schnell passende Oberteile und Röcke angefertigt. Bei der ersten Anprobe kamen wir uns in diesem Outfit doch recht albern vor und das gegenseitige Gelächter war riesengroß. Natürlich hatten wir auch einen Riesenbammel, mit diesen Klamotten aufzutreten, aber ein paar Bierchen vorher würden uns diese Angst schon nehmen. Als dann die Premiere dieser Darbietung zum Aschermittwoch 1981 vor der Türe stand, waren unsere Nerven zum zerreißen gespannt. Wir gaben uns die größte Mühe und zu unserer Überraschung riss dieser Auftritt alle Gäste von ihren Stühlen, anschließend dankten sie mit tobendem Applaus. Das war die eigentliche Geburtsstunde des Männerballetts. Durch dieses Erlebnis waren wir natürlich hochmotiviert und der Auffassung, dass dieser Auftritt auch als Programmpunkt auf den Sitzungen der KG Düssel-Narren ankommt – und wir lagen mit dieser Einschätzung goldrichtig. Der Beifall des Publikums übertraf deutlich unsere Erwartungen und das närrische Volk verlangte nach Zugaben. Seitdem tritt das Männerballett Jahr für Jahr mit stets neuen Kostümen, neuer Musik und Choreografie auf und ist ein fester und unverzichtbarer Programmpunkt auf den Sitzungen der KG Düssel-Narren. Auch die örtliche Presse zeigt sich jedes Mal von uns „Tanzästheten“ begeistert und schreibt lobend über die „stachelbeinigen Hupfdohlen in figurbetonten Kostümen“. Was später auf der Bühne spielerisch leicht, rhythmisch und sogar geschmeidig aussieht – zumindest bei den meisten Auftritten - beginnt auch heute noch mit der Frage: „Was tanzen wir diesmal?“. Jedes Jahr im August, wenn die wenigsten an Karneval denken, trifft das Männerballett zusammen, um zunächst die musikalische Richtung für die Darbietungen abzustimmen. Der Haupttanz steht fast immer unter einem bestimmten Motto. So sind wir u. a. schon als Cheerleader, Disco-Queens, Tanzgarde und Flamenco- oder Can-Can-Tänzerinnen aufgetreten. Auch der Rock’n Roll oder Wiener Walzer standen schon auf dem Programm. Natürlich ist immer der aktuelle Sommerhit des Jahres ein Thema, vor allem wenn zu diesem Hit ein eigenständiger Tanz entwickelt wurde, und wird meistens in der Zugabe präsentiert. So konnte sich das Publikum schon vom Lambada über Macarena bis zum Ketchup-Song über uns amüsieren. Steht die Musik also fest und wurde zusammengestellt, beginnen wir auch schon mit den ersten Tanzschritten. Das wöchentliche Training ist stets eine lustige Angelegenheit und manchmal fragen wir uns, ob die Beinmuskeln oder die Lachmuskeln mehr beansprucht werden. Damit wir vor lauter Lachen das Tanzen nicht vergessen, dafür sorgt unsere Trainerin Dagmar von der Wippel. Seit vielen Jahren steht sie uns zur Seite und ist sicherlich schon tausendmal verzweifelt, wenn ein bestimmter Tanzschritt auch nach dem hundertsten Mal nicht klappt. Dann werden die Übungen bis zum abwinken wiederholt; danach ist keinem mehr zum Lachen zu mute. Wenn dann die Zeit der Generalprobe und anschließender Premiere auf der Galasitzung naht, beginnt der letzte Feinschliff. Dabei achtet Dagmar auf jedes Detail und einige von uns fühlen sich sicherlich an ihre Bundeswehrzeit zurückerinnert. Aber letztendlich sind wir unserer Dagmar stets dankbar für ihre Hartnäckigkeit. Dann haben wir es wieder mal geschafft, ein gutes Programm auf die Beine zu stellen, wobei weder eine perfekte Körperhaltung oder akrobatische Höchstleistungen, sondern nur der Spass an der Freud im Mittelpunkt steht. Das ist auch der Erfolg für den Zusammenhalt des Männerballetts, unserem Hobby. Im Laufe der Jahre haben die Mitglieder des Männerballetts aus den verschiedensten Gründen gewechselt. Nur Ferdinand Engberding und Ingo Janowski sind noch von Anfang an dabei. Mit Peter Fischer, Wolfgang Königs und Peter Voss können wir auch drei Ehrenmitglieder vorweisen. Zur Zeit stehen wir mit 12 Personen, im Alter zwischen 23 bis 63 Jahren, auf der Bühne und wir werden weiter Jahr für Jahr versuchen, unser Publikum aufs Neue zu begeistern. Was die ganzen Jahre fehlte, war ein geeigneter Name für unser Männerballett. Anlässlich unserer Tour vom 27.08.04 bis 29.08.04 entschlossen wir uns zur Namensfindung. Das war gar nicht so einfach, denn nach einigen Bierchen wurden wir sehr kreativ, sodass letztendlich 13 Vorschläge zur Wahl standen. Nach mehrmaliger Abstimmung stand die Entscheidung fest – ab sofort sind wir nur noch die DÜSSEL-TÖNNCHEN. Natürlich wurde diese Namensgebung anschließend reichlich begossen. In diesem Sinne endet mein Bericht mit unserem Schlachtruf:
„Düssel-Tönnchen Danz op, Danz op, Danz op“.
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